Portrait

AHOI VELO CARGOBIKES WILL HAMBURG ZUSAMMEN BRINGEN

Alexander Roe, 40 Jahre, aus Hoheluft-Ost

Filialleiter bei AHOI VELO Cargobikes

„Ganz klar: sportlich“ – so beschreibt Alexander Roe, Filialleiter des Hamburger Lastenradhändlers AHOI VELO Cargobikes, seinen Fahrradtyp. Schnell verstehen wir, warum: Denn statt sich im entspannten Ambiente im gemütlichen Showroom am Schlump zu unterhalten, schwingen wir uns kurzerhand aufs Lastenrad und machen direkt „eine kleine Probefahrt zur Werkstatt“ im Schanzenviertel. Der 40-Jährige, der nebenbei auch als Fahrradkurier tätig ist, weiß, wie man Menschen überzeugt – vom Lastenrad und seiner Vision. Ein solidarisches Hamburg, in dem man „zusammenkommt“. Auf dem Rad, draußen.

Der gebürtige Stuttgarter ist schon immer ein leidenschaftlicher Radfahrer gewesen, wie er sagt. Bereits im beschaulichen Saarland hat sich der Unternehmer ehrenamtlich und beruflich für umweltfreundliche Mobilitätsformen eingesetzt. Er kennt sich nicht nur aus, er lebt es auch vor und fährt selber kein Auto. Sogar seinen kompletten Umzug innerhalb von Hamburg hat der 40-Jährige per Lastenrad durchgeführt.

Seit etwa einem Jahr ist Roe nun im Team von AHOI VELO Cargobikes. Den Lastenradhändler gibt es bereits seit 2014. Der Gründer und Inhaber René Reckschwardt wollte laut Roe den „Startschuss für eine alternative Mobilität geben“ – und das mit Erfolg. Angefangen mit einem kleinen Geschäft am Schlump, hat AHOI VELO inzwischen eine eigene Werkstatt und ein eigenes Lager. Das umweltbewusste Unternehmen vertreibt fast ausschließlich europäische Marken – und setzt dabei auf Qualität und individuelle Beratung vor Ort. Aber: „Das ist nur die Spitze vom Eisberg.“ Alexander Roe denkt groß – und lässt sich auch von Corona nicht aufhalten.

Mit dem Lastenrad ein neues Bewusstsein entwickeln.

Solidarität bedeutet für den 40-Jährigen vor allem Rücksichtnahme. „Mit dem Fahrrad nimmst du die Umgebung anders wahr, echter. Du bist nicht abgeschottet in deinem persönlichen Raum, sondern kommst zusammen mit anderen Radfahrern – und hast ein anderes Bewusstsein.“ Und genau das ist seine Mission. Dafür brennt Roe. Er will, dass die Menschen noch mehr zusammenkommen – nicht nur jetzt während der Corona-Krise, sondern immer. Dass sich das Stadtbild noch stärker zum Positiven verändert und die Umwelt geschont wird.

Die Kunden von AHOI VELO kommen genau deswegen: „Sie treffen bewusste Entscheidungen für einen neuen Lebensstil.“ Vor allem Familien mit Kindern zählen zur Kundschaft: „Sie wollen ihre Kids umweltbewusst und entschleunigt in die Kita bringen – wir helfen ihnen dabei mit unserer großen Auswahl an Familien- und Transporträdern.“ Besonders gerne erzählt er auch von der Aktion Kindertraum e.V. Die Hilfsorganisation für Kinder unterstützt Familien dabei, sich ihre Träume zu erfüllen. Oft sind es Familien mit Kindern mit Behinderung, die keine finanzielle Möglichkeit haben, sich beispielsweise ein Auto zu kaufen. „Wir stehen hier mit Rat und Tat zur Seite. Viele wünschen sich ein neues Lastenrad, um das Kind zur Kita zu bringen und alltägliche Dinge einfacher zu erledigen – dabei helfen wir.“

Durch das Fahrrad fördern wir ein besseres Zusammenleben.
Alexander Roe

Corona als Chance verstehen.

In der Werkstatt herrscht derweil reges Treiben. Überall stehen oder hängen Lastenräder, Werkzeug liegt bereit und die Zweiradmechaniker haben alle Hände voll zu tun. Das zeigt: Hier wird den ganzen Tag durchgearbeitet. Ob Corona das Geschäft beeinflusst, fragen wir: „Ja – aber im Positiven. Durch Corona ist eine noch höhere Nachfrage entstanden“, erklärt Roe. Die Bürger*innen der Hansestadt scheinen nun erst recht auf das Fahrrad umsteigen zu wollen: „Es findet ein Umdenken statt.“

Aus diesem Grund wurden die Kapazitäten nochmal hochgefahren: „Wir sind schnell auf Telefonberatungen umgestiegen, um weiterhin für unsere Kunden da zu sein.“ Auch kostenlose Probefahrten konnten weiterhin kontaktlos durchgeführt werden. Die Kunden haben für das Schloss einen Zahlencode bekommen und mussten lediglich ihren Personalausweis als Pfand in ein Kästchen an der Tür einwerfen, den sie nach der Probefahrt wieder zurückbekommen haben. „Inzwischen haben wir einige Vorgehensweisen komplett überarbeitet und sind so noch effizienter und individueller in der Kundenberatung“, erklärt der 40-Jährige.

Für Roe ist Corona also viel mehr eine Chance für Hamburg. Eine Chance, um die Stadt noch „lebenswerter“ zu machen, noch „sicherer“. Er will so „viele Räder wie möglich“ auf die Straße bringen. Klar, es ist für den Wahlhamburger auch Geschäft. Aber es steckt mehr dahinter.

Für ein fahrradfreundliches Miteinander in Hamburg.

Der 40-Jährige hat eine klare Mission: Er will andere überzeugen und ein Umdenken hervorrufen. Mehr Fahrräder, ein stärkeres Umweltbewusstsein, ein noch besseres Zusammenleben. Aber was ist seine Vision? „Eines Tages können wir uns vorstellen, dass wir eigene Lastenräder bauen – hier in Hamburg.“ Und nicht nur das: „Wir wollen ein Ausbildungsbetrieb werden und spezialisierte Zweiradmechaniker für Cargobikes ausbilden“. „Zusammen", da ist sich Alexander Roe sicher, „können wir Hamburg mit dem Lastenrad verändern – und zu einem noch schöneren Ort machen“.

Weitere Infos

Du willst mehr über Alexander Roe und AHOI VELO Cargobikes erfahren?

Klicke hier

Weitere Impressionen: