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MIT DEM PFANDRAD EIN SOLIDARISCHES HAMBURG FAHREN

Die Coronazeit bedeutete bis vor kurzem vor allem: zu Hause bleiben. Zu Hause bei einem Bier oder einer eisgekühlten Limonade. Die Folge? Pfand in den eigenen vier Wänden. Pfand, das einiges wert ist, jedoch ungenutzt zu Hause rumliegt. Denn während Corona die eigenen Keller immer voller werden lässt, fehlt es gleichzeitig den Menschen an Unterstützung, die kein Zuhause haben und auf das Pfand in Hamburgs Straßen angewiesen sind.

Genau diesen Menschen wollten wir etwas Gutes tun: mit dem Pfandrad. Zusammen mit dem sozialen Start-up recyclehero sind wir deswegen in den vergangenen zwei Wochen mit dem Pfandrad zu 130 Hamburger*innen gefahren - und haben insgesamt ca. 7000 Pfandflaschen abgeholt. So konnten wir ca. 1.300,00 € Euro Pfand im Rahmen der Kampagne „Fahr ein solidarisches Hamburg“ an den Verein „Leben im Abseits e.V.“ spenden. Der Verein leistet unter anderem wichtige Aufklärungsarbeit zum Thema Obdachlosigkeit und unterstützt Obdachlose bei Behördengängen oder der Wohnungssuche.

Für Nadine Herbrich, Mitgründerin von recyclehero, ist die Aktion ein voller Erfolg: „Wir freuen uns wahnsinnig, dass alles so gut funktioniert hat“. Vor allem bei den Spendern war die Resonanz durchweg positiv: „Die Hamburger*innen, bei denen wir waren, haben sich total darüber gefreut, dass wir ihre Pfandflaschen abgeholt haben. Denn sie haben dadurch keinen Aufwand und es kommt einem guten Zweck zu Gute. Bereits bei den Anfragen wurde uns mitgeteilt, wie cool die Aktion denn sei“, erklärt Herbrich. Und was bleibt? Die Sozialunternehmerin kann sich nun sogar vorstellen, die Spendenmechanik dauerhaft aufzunehmen: „Wir prüfen jetzt, ob und wie wir das fortsetzen können. Beispielsweise in einer neuen Dreiteilung, mit der wir Trinkgeld für unsere Fahrer generieren, unsere laufenden Kosten decken und ein Drittel der Einnahmen in fortlaufende Spendenprojekte fließt.“

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Der Verein „Lebens im Abseits e.V.“ freut sich ebenfalls riesig über die Spenden und ist sehr froh darüber, „was dadurch angestoßen wird“. Denn durch Corona waren auch ihre Vereinskassen „recht geleert“. Vereinsvertreterin Susanne Groth: „Mit den Erlösen aus der Pfandrad-Aktion werden wir nun unseren Sozialfonds auffüllen. Mit diesem Fonds unterstützen wir obdachlose Menschen, indem wir ihnen z. B. fehlende Ausweisdokumente oder benötigte Hilfsmittel wie bspw. Brillen finanzieren oder aber andere schnelle und unbürokratische finanzielle Hilfe in besonderen Fällen leisten.“ Der Sozialfonds hat hier vor allem ein Ziel: „Wir versuchen gemeinsam mit Sozialarbeitern, die Menschen zu einer Rückkehr ins Regelsystem zu überzeugen, um somit auch die Obdachlosigkeit zu beenden“, erklärt Groth.

>> Mehr über Leben im Abseits e.V. <<

Eine solidarische Erfolgsgeschichte: das Pfandrad

Das Pfandrad hat also wiedermal gezeigt: Die Hansestadt ist und bleibt solidarisch. Denn selbst kleine Gesten, wie das Spenden von ein paar Pfandflaschen, führen dazu, dass vielen Menschen geholfen wird. Auch in schweren Coronazeiten rücken die Hamburger*innen somit zusammen und sind füreinander da. Vielen Dank an alle, die diese Aktion unterstützt haben!