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UNBESCHWERT RADELN AUF DER CHEMNITZSTRAßE

Jede neue Fahrradstraße ist ein Gewinn für Hamburg. Und die Umwelt.

Manchmal ist es so eine Sache mit den guten Vorsätzen: Man möchte ja mit dem Rad zur Arbeit fahren, die Kids mit dem Bike gemütlich zur Kita bringen, das Auto einfach stehen lassen und umweltbewusst in die Pedale treten. Deshalb ist es so wichtig, dass immer mehr Straßen zu Fahrradstraßen werden. Denn dank ihnen wird eine umweltschonende Mobilität zum Kinderspiel. Fahr ein schöneres Hamburg ¬– auf der Chemnitzstraße, die zur Veloroute 1 gehört, gelten ab sofort keine Ausreden mehr, die dagegensprechen.

Ab 10. Oktober 2019 gehört die Chemnitzstraße den Radfahrern, Autos sind nur noch Gäste.

Wer aus Hamburgs westlichen Stadtteilen wie Rissen, Blankenese und Othmarschen mit dem Rad in die Innenstadt fahren will, nimmt am besten die Veloroute 1: Sie soll als wichtigste Fahrradverbindung zwischen dem Hamburger Westen, Altona und der Innenstadt entwickelt werden. Doch ausgerechnet diese zwischen Altona und Innenstadt bereits viel befahrene Route wies auf dem Abschnitt der Chemnitzstraße sehr schlechte Bedingungen auf: Der Gehweg war stellenweise sehr schmal, auf dem holperigen Kopfsteinpflaster schlitterte man bei Nässe, und unübersichtlich war sie auch noch. Wer diese Route umgehen wollte, konnte nur auf viel befahrene Hauptverkehrsstraßen ausweichen.

Bereits der Bezirksversammlung Altona war im Jahr 2013 klar, dass sich hier etwas Grundlegendes ändern muss – und zwar zugunsten der Radfahrer, die laut Verkehrszählung in der Überzahl waren. Deshalb wurde schon damals beschlossen, dass die Chemnitzstraße zur Fahrradstraße umgebaut werden soll. Seit dem 10. Oktober 2019 ist es so weit: Die Chemnitzstraße gehört den Radfahrern, Autos sind nur noch Gäste. Ein Fest für alle umweltbewussten Pendler und Freizeitradler aus der Region!

Eine Fahrradstraße – viele Vorteile.

  • Verbesserte Verkehrssituation für Radfahrer: mehr Platz und besserer, ebener Bodenbelag
  • Übersichtlichere Einmündungen: Jeder sieht jeden und kann schneller reagieren.
  • Die Müllabfuhr kann ihren Job machen: Entsorgungsfahrzeuge kommen einfacher durch die Straße.
  • Mehr Platz für Fußgänger: Der Gehweg wurde in der Engstelle verbreitert.
  • Weniger Lärm: Das Kopfsteinpflaster wurde durch einen leiseren Bodenbelag ersetzt.

Das gilt: Die Besonderheiten der Chemnitzstraße.

Das solltest du wissen: Auch wenn die Chemnitzstraße nun eine Fahrradstraße ist, ist sie trotzdem für Krafträder und Kraftwagen frei. Doch sie dürfen nicht schneller als 30 km/h fahren und müssen gegebenenfalls das Tempo drosseln – etwa wenn ein langsamerer Radfahrer vor ihnen ist. Wer auf der Chemnitzstraße unterwegs ist, hat Vorrang: Auf der Vorfahrtsstraße gilt nicht rechts vor links. Freu dich auf ungebremsten Radfahrspaß!

Schau dir im Film an, wie das Prinzip Fahrradstraße funktioniert.

Alle Dos and Don’ts zur Fahrradstraße.

Die Dos:

  • Du bist hier ungestört mit dem Rad unterwegs. Es gibt keine Ampeln, und der Bodenbelag ist wie geschaffen für dein Bike.
  • Nebeneinander fahren? Ist hier für alle Radfahrer strengstens erlaubt.
  • Die Anwohner können sich über weniger Verkehr und mehr Ruhe freuen. Die Bürgersteige sind nur für Fußgänger nutzbar, und Kinder können unbesorgt draußen spielen.
  • Anlieger frei! Wer in einer Fahrradstraße wohnt, kann weiterhin sein Grundstück erreichen.

Die Don’ts:

  • Es gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h, und der Fahrradverkehr darf nicht behindert werden. Wenn nötig, muss der Kraftfahrzeugverkehr die Geschwindigkeit weiter verringern.
  • Vorfahrtsregeln missachten? Das ist auch in der Fahrradstraße ein Tabu. Denn auch hier gilt die StVO.
  • Autos bleiben draußen. Es sei denn, es ist durch ein Zusatzzeichen wie „Anlieger frei“ oder „Kfz frei“ erlaubt. Allerdings sind sie in der Fahrradstraße nur Gäste, sorry!