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UNTERWEGS IN HAMBURG: EINE KULTURTOUR ENTLANG DER U3

Eine Fahrt mit der U3 galt in Hamburg schon immer als die Stadtrundfahrt des kleinen Mannes. Denn einmal den Ring fahrend, sieht man alle wundervollen Ecken der Hansestadt vom Stadtpark bis zum Hafen. Nachdem dir U3-Fiete beim ersten Mal die schönsten Fotospots entlang der U3 gezeigt hat, führt es dich auf der zweiten U3-Radrundfahrt vom Baumwall bis zur Kellinghusenstraße und nimmt dich mit auf eine Entdeckungsreise in Hamburgs kulturelle Vielseitigkeit.

U3-Fiete? Das ist das meistgefahrene Fahrrad der Welt. Bestehend aus alten Teilen eines DT3-Wagens, ist das Fahrrad eine Hommage an die legendären U-Bahn-Wagen, die Hamburgs Stadtbild lange prägten. Auf der Radrundfahrt zeigt dir U3-Fiete dieses Mal Hamburgs Entwicklung zur Großstadt, die Lebensstationen von Helmut Schmidt entlang der U3 und nicht zuletzt Fritz Schumachers Pläne und Bauten für die Hansestadt.

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Hamburg wird Großstadt – Sir William Lindleys Ideen

Los geht’s am Baumwall, unweit der Elbphilharmonie. Hier, zwischen Elbe, den Fleeten und dem Hauptbahnhof, standen früher u.a. Kaufmannshäuser und Speicher, die nach zwei Katastrophen (Großer Brand von 1842 und Choleraepidemie von 1892) durch Kontorhäuser ersetzt wurden. Unterhalb der Station Baumwall befindet sich ein Denkmal zu Ehren des britischen Ingenieurs Sir William Lindley, der Mitte des 19. Jahrhunderts für viele Jahre in der Hansestadt wirkte und das Stadtbild außerordentlich prägte. Dank seiner Ideen zur Trockenleckung von Gebieten, Wasserversorgung, Kanalisation und nicht zuletzt der Eisenbahn entwickelte sich Hamburg rasend schnell von einer mittelalterlichen zu einer der modernsten Großstädte Europas. Erst dadurch konnte sich Hamburg ausdehnen und schließlich auch die U3 bauen.

Zunächst führt dich U3-Fiete zum Rathausinnenhof, wo du den Hygieia-Brunnen bestaunen kannst. Nach der Choleraepidemie von 1892 symbolisiert dieses Denkmal das saubere Trinkwasser der Hansestadt. Nach einem Abstecher durch die Mönckebergstraße mit seinen imposanten Kontor- und Warenhäusern kommst du schließlich am Hauptbahnhof an.

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Auf den Spuren von Helmut Schmidt

Hier überquerst du zusammen mit U3-Fiete den ehemaligen Stadtgraben. Vor dir, im heutigen Museum für Kunst und Gewerbe, befand sich früher die Gewerbeschule, dessen Direktor Helmut Schmidts Vater war. Weiter geht die Fahrt zu einem Park am Wandsbeker Stieg, der sich neben dem U-Bahngraben entlangzieht. Hier liegt die Kirche St. Gertrud, in der Helmut Schmidt getauft und konfirmiert wurde. Am idyllischen Eilbekkanal siehst du links die Mediaschool. Früher war dies eine Geburtsklinik, in der auch Helmut Schmidt geboren wurde. Auf der anderen Seite, in der Richardstraße, stand bis zur Zerstörung im 2. Weltkrieg Helmut Schmidts Elternhaus.

Über Schleichwege durch Barmbeker Nachkriegswohngebiete gelangst du zum Museum der Arbeit. Hier kannst du TRUDE bestaunen, Akronym für Tief Runter Unter Die Elbe, die mit einem Außendurchmesser von 14 Metern die damals größte Tunnelbohrmaschine der Welt war. Danach fährst du weiter über den Wiesendamm und die Saarlandstraße zum Stadtpark. Hier lernte der junge Helmut Schmidt das Fahrradfahren und rauchte seine ersten Zigaretten.

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Fritz Schumachers Pläne und Bauten für Hamburg

Auf der letzten und grünsten Etappe bringt dir U3-Fiete Fritz Schumacher näher, Hamburgs wichtigsten Oberbaudirektor und Architekten des 20. Jahrhunderts. Er plante nicht nur den Stadtpark. Bereits auf der gesamten Strecke hast du schon viele Gebäude gesehen, die er entwarf: Schulen, das radial ausgerichtete Straßennetz, grüne Parkbänder und ganze Wohnsiedlungen, wie die Jarrestadt in der Nähe der U-Bahn-Station Saarlandstraße. Fast alle Gebäude und Brücken verbindet dabei das gleiche Baumaterial: der Backstein.

Anschließend verlässt du die grüne Lunge der Stadt und befindest dich in der Maria-Louisen-Straße vor einer der schönsten und ältesten Hamburger Schulen, dem Johanneum. Dann führt dich U3-Fiete in die schöne Gründerzeitstraße Elebeken, bevor du über die Klärchen- und Goernestraße die Alsterkanäle überquerst und die Ergebnisse eines kleinen architektonischen Kulturkampfes zwischen Backstein- und weißen Putzbauten bestaunen kannst. Schließlich findest du dich vor einem Backsteinbau von Schumacher wieder, dem Holthusenbad, und bist am Ende der Tour angelangt.

Die gesamte U3-Fiete-Radrundfahrt ist etwa 15 Kilometer lang und für alle geeignet, die Hamburgs historische und kulturelle Seite entlang der U3 auf dem Rad erfahren und erleben möchten – und dies am liebsten mit tollen Bildern für die Ewigkeit festhalten wollen. Also schnapp dir dein Rad, pack eine Kamera ein und genieß eine unvergessliche U3-Fiete-Radrundfahrt. Übrigens: Auch bei Hamburger Schietwetter macht die Kulturtour jede Menge Spaß. Achte aber unbedingt auf regenfeste Kleidung und ausreichende Fahrradbeleuchtung. Sicherheit geht vor!

Du willst lieber raus aus der grauen Stadt und in die bunte Natur vor den Toren Hamburgs radeln? Dann schau doch mal auf unserem komoot-Profil vorbei – und entdecke unsere vielfältigen Herbstrouten.