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PERSPEKTIVWECHSEL: BRUMMIFAHRER SATTELN UM.

Es ist wichtig, Blickkontakt zu den Fahrradfahrern aufzunehmen. So kann man als LKW-Fahrer deuten, wie sie sich verhalten.
Ingo Kuschmann
Fuhrparkleiter Remondis

Vom LKW aufs Rad – und schon sieht die Welt ganz anders aus.

Als Radfahrer im Stadtverkehr kennst du die Situation nur zu gut: Du fährst auf eine Kreuzung zu, hinter dir kommt ein LKW an – wenn er jetzt rechts abbiegt, kann es schon mal brenzlig werden. Damit LKW-Fahrer für die Gefahren der Radfahrer sensibilisiert werden, haben der Verband Straßengüterverkehr und Logistik Hamburg (VSH) und der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Hamburger LKW-Fahrer Ende Juni 2019 zu einer Perspektivwechsel-Radtour eingeladen.

Die Perspektive wechseln und Gefahren erkennen.

Raus aus dem Führerhäuschen, rauf aufs Rad – die rund 20 Brummifahrer, die an der Perspektivwechsel-Aktion teilnahmen, haben auf ihrer Radtour durch den Stadtverkehr die Nöte der Fahrradfahrer sofort erkannt. Insbesondere an den Kreuzungen haben sie sich in die Situation von Radfahrern versetzt und sich gemeinsam mit Vertretern des VSH und ADFC darüber diskutiert, wie Hamburgs Straßen für Radfahrer sicherer werden können. Aber wie erreicht man die restlichen Brummifahrer, die auf Hamburgs Straßen unterwegs sind?

Schon in der Ausbildung für Perspektivwechsel sorgen.

Unfallrisiken besser einschätzen – für mehr Sicherheit.

Geplant ist, dass die Perspektivwechsel-Radtour fester Bestandteil der Aus- und Weiterbildung der Berufskraftfahrer wird. Außerdem möchte das Speditionsgewerbe schon bald Radfahrer in ihre Führerhäuschen einladen, damit sie im Gegenzug die Perspektive eines Lastwagenfahrers kennenlernen. So ist durch die Aktion ein wichtiger Dialog entstanden, bei dem es nicht um Schuldzuweisung geht, sondern darüber, wie Fahrradunfälle in Zukunft vermieden werden können.

Quellen:

Fotos: © Andreas Fromm