Das Pfandrad 2.0

EINE SOLIDARISCHE ERFOLGSGESCHICHTE

Aufgrund der Corona-Situation und den derzeitigen erneuten Kontaktbeschränkungen befinden sich viele von uns den Großteil des Tages in den eigenen vier Wänden. Unter der Woche im Homeoffice und am Wochenende zu Hause bei einem Bier oder einer Limonade. Die Folge? Leere Flaschen sammeln sich und das Pfand, das einiges wert ist, liegt ungenutzt daheim herum. Doch während sich die Pfandflaschen in unseren Wohnungen stapeln, fehlt es gleichzeitig den Menschen an Unterstützung, die kein Zuhause haben und auf das Pfand in Hamburgs Straßen angewiesen sind. Genau diesen Menschen haben wir nun – bereits zum zweiten Mal – etwas Gutes getan. Wie schon im Juni war auch die zweite Aktion dank vieler Hamburger*innen ein voller Erfolg.

Vom 19. bis 29.11.2020 war das Pfandrad erneut unterwegs und hat Pfandflaschen in Hamburger Haushalten abgeholt. Mit knapp 90 Abholungen konnte das Ergebnis aus der ersten Aktion sogar übertroffen werden. Im Rahmen der Kampagne „Fahr ein solidarisches Hamburg“ geht somit der Pfanderlös von 1.400 Euro an den Verein „Leben im Abseits e.V.“. Das Geld wird für die Verpflegung, Versorgung und Unterbringung von obdachlosen Menschen in Hamburg eingesetzt.

Das Pfandrad hat also wiedermal gezeigt: Die Hansestadt ist und bleibt solidarisch. Denn selbst kleine Gesten, wie das Spenden von ein paar Pfandflaschen, führen dazu, dass vielen Menschen geholfen wird. Auch in schweren Coronazeiten rücken die Hamburger*innen somit zusammen und sind füreinander da.

Vielen Dank an alle, die diese Aktion unterstützt haben!

Für Nadine Herbrich, Mitgründerin von recyclehero, ist auch die zweite Aktion ein voller Erfolg: "Obwohl viele Hamburger*innen mittlerweile selbst stärker von den wirtschaftlichen Folgen durch Corona betroffen sind, sind wir auch bei der zweiten Aktion vom Pfandrad auf eine unglaublich positive Resonanz gestoßen. Besonders froh sind wir, dass der Spendenbetrag von der ersten Aktion noch übertroffen werden konnte und wir diesmal 1.400 Euro an den Verein "Leben im Abseits e.V." übergeben können. Obdachlose Menschen sind aktuell besonders von den kalten Temperaturen und der Corona-Situation betroffen. Wir sollten deshalb aufmerksam sein, ob jemand in unserer Nachbarschaft Hilfe benötigt. Ein warmer Tee, ein nettes Gespräch - es gibt viele Möglichkeiten zu helfen."

"Leben im Abseits e. V. freut sich sehr darüber, dass das Pfandrad zum zweiten Mal zu Gunsten unseres Vereins gefahren ist", sagt Vereinsvertreterin Susanne Groth. "Bedingt durch die Corona-Pandemie ist die Versorgung der obdachlosen Menschen noch immer recht eingeschränkt. Dieser Winter ist durch Kälte und Angst vor der Ansteckung mit dem Coronavirus für obdachlose Menschen ein täglicher Kampf ums Überleben. Wir versuchen, die Menschen auf der Straße durch Lebensmittelgutscheine und finanzielle Hilfe zu unterstützen. Des Weiteren versuchen wir, ihnen Schutz in Einzelzimmern in leerstehenden Hotels zu ermöglichen. Unsere Vereinskasse ist durch die Corona-Pandemie sehr stark beansprucht und aus diesem Grund freuen wir uns so sehr über diese tolle Spendenaktion. Zudem sind wir froh darüber, dass durch diese Aktion nochmals viele Bürger*innen dieser Stadt auf die schlimme Situation für Menschen auf der Straße aufmerksam gemacht wurden."

Was macht recyclehero?

Ein Unternehmen, das bereits Gutes tut, ist das soziale Start-up recyclehero. Sie haben sich die umweltverträgliche Entsorgung wiederverwertbarer Materialien auf die Fahnen geschrieben. Altglas, Altpapier und Pfand werden per Lastenrad von privaten und gewerblichen Kunden abgeholt und gegen eine Gebühr fachgerecht entsorgt. Für diese Mission beschäftigt das Sozialunternehmen zumeist sozial und finanziell benachteiligte Menschen, um ihnen die Integration in die Gesellschaft zu erleichtern.

Bereits seit Beginn der Corona-Krise zeigt sich recyclehero mit dem Projekt StraßenSUPPE solidarisch gegenüber Obdachlosen und versorgt sie mit hochwertigen Suppen, belegten Brötchen, Hygieneartikeln und dem Gefühl der Geborgenheit. Aus diesem Grund war es auch dieses Mal wieder keine Frage für Nadine Herbrich und Alessandro Cocco, Gründer von recyclehero, auch das Pfandrad 2.0 zu unterstützen.

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Was macht der Verein „Leben im Abseits e.V.“ mit dem Geld?

Vor allem Obdachlose haben es seit Beginn der Corona-Krise nicht einfach. Obdachloseneinrichtungen sind teilweise geschlossen und auch Straßenspenden haben durch die Kontaktbeschränkungen stark abgenommen. Deswegen spenden wir den gesamten Erlös des Pfandrads dem Verein „Leben im Abseits e.V.“.  Der im Jahr 2016 gegründeten Organisation geht es vor allem darum, die Menschen zu unterstützen, die am Rande der Gesellschaft leben. Das tun sie, indem sie beispielsweise in Schulen und anderen Einrichtungen wichtige Aufklärungsarbeit zum Thema Obdachlosigkeit leisten und über Hilfsangebote für Obdachlose informieren. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter von Leben im Abseits e.V. suchen darüber hinaus den direkten Straßenkontakt mit Obdachlosen, motivieren und begleiten sie bei Behördengängen, der Wohnungssuche oder der Vermittlung an Sozialarbeiter. Auch während Corona ist der Verein für seine Schützlinge da und leistet weiterhin Aufklärungsarbeit. Über Plakate und Videomontagen in ganz Hamburg informiert der Verein über die schwierige Situation für Obdachlose während der Corona-Krise.

Der Erlös des Pfandrads fließt direkt und ohne Umwege in den Sozialfonds von Leben im Abseits e.V. Mit diesem Sozialfonds leistet der Verein Obdachlosen finanzielle Hilfe, um sie bei der Rückkehr ins Regelsystem und danach finanziell zu unterstützen.

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