RICHTIG AN- UND ABSCHLIESSEN

SO SCHÜTZT DU DEIN FAHRRAD VOR DIEBSTAHL

Gelegenheit macht Diebe – aber du kannst es ihnen schwer machen

Fast jeder hat es schon mal erlebt: Du möchtest dich auf dein Fahrrad schwingen, um ins Büro, zum Sport oder zum Einkaufen zu fahren. Doch es steht nicht mehr dort, wo du es abgestellt hast. Meistens ist der Fall klar – dein Rad wurde geklaut.

Gelegenheit macht Diebe. Leider gilt das auch in Hamburg. Denn auch wenn du dein Zweirad richtig abgeschlossen hast, ist das noch lange keine Garantie dafür, dass es vor Langfingern geschützt ist. Denn wer unter allen Umständen dein Fahrrad stehlen möchte, der schafft das meistens auch. Darum ist es besonders wichtig, dass du es potenziellen Fahrraddieben so schwierig wie möglich machst.

Die gute Nachricht: Es gibt jede Menge Möglichkeiten, dein geliebtes Fahrrad vor einem Diebstahl zu schützen. Du musst sie nur kennen. Deswegen kommen hier unsere Sicherheitstipps.

7 Tipps für mehr Diebstahlsicherheit

Anschließen statt Abschließen

Dein Fahrrad einfach abzuschließen, zum Beispiel durch das Zusammenschließen von Rahmen und Hinterrad, ist kein optimaler Schutz – und macht es Dieben einfach. Denn sie können dein Zweirad einfach wegtragen und das Schloss an einem ruhigen Ort aufbrechen. Am besten schließt du dein Rad immer an ein festes Objekt an. Auch dann, wenn du es nur kurz abstellst.

Immer im Blick

Schließe dein Fahrrad möglichst an einer gut beleuchteten und belebten Stelle ab. Denn in versteckten Gassen ist nicht nur dein Zweirad, sondern auch ein potenzieller Dieb unbeobachtet.

Fest ist besser als locker

Je weniger Platz du zwischen Schloss und Fahrrad lässt, desto weniger Angriffsfläche bietest du den Langfingern für den Einsatz ihrer Werkzeuge. Der fehlende Hebelansatz erschwert den Diebstahl zusätzlich. Außerdem solltest du darauf achten, dass der Schließzylinder schwer zugänglich ist. Das kostet dich beim An- und Abschließen zwar etwas mehr Zeit – doch genau das können die Sekunden sein, die den Dieben am Ende fehlen.

First things first

Der wertvollste Teil deines Fahrrads ist der Rahmen. Am besten umfasst dein Schloss beim Abschließen daher den Rahmen und das Hinterrad sowie einen festen Gegenstand. Niemals solltest du dein Fahrrad nur am Vorderrad abschließen, da die zwei Schrauben in Sekunden gelöst sind.

Wechsel den Standort

Jeder hat seine Routen und Routinen. Doch egal ob zuhause oder unterwegs: Lass dein Rad nach Möglichkeit nicht immer am selben Ort über einen längeren Zeitraum stehen. Denn so gibst du Dieben ungewollt nützliche Informationen, wann und wo sie ungestört zuschlagen können. Falls du die Möglichkeit hast, nimm dein Bike mit in deine Wohnung oder das Büro.

Nimm dein Zubehör mit

Egal ob ansteckbare Leuchten, Bike-Computer oder Taschen – lass dein Zubehör nie unbeaufsichtigt am Fahrrad. Auch wenn es dich einen Moment Zeit kostet – nimm es lieber mit. Denn so schützt du nicht nur die Teile, die ein Langfinger einfach im Vorbeigehen einstecken kann, sondern auch dein Rad.

Wähle das richtige Schloss

Kein Fahrradschloss bietet absolute Sicherheit. Allerdings haben Diebe oft nicht die Geduld oder Zeit, länger als drei Minuten an einem Schloss zu hantieren. Sparen solltest du beim Kauf eines Schlosses daher auf keinen Fall. Früher galt die Faustregel: Dein Schloss sollte mindestens 10 % des Fahrradwertes kosten. Doch auch ein günstigeres Rad ist mit einem teuren Schloss meist besser gesichert als mit einer günstigen Alternative. Wenn du ein teures Modell fährst, kann sich für den Diebstahlschutz auch der Einsatz eines zweiten Schlosses anbieten.

So findest du das passende Schloss für dein Fahrrad

Es gibt verschiedene Modelle und jedes Schloss hat seine Vor- und Nachteile. Wir geben dir einen Überblick der gängigsten Schlösser – und welches Schloss zu dir und deinem Zweirad passen könnte.

Das Bügelschloss

Erkennbar an der typischen U-Form, verfügt das Bügelschloss normalerweise über moderne Schließsysteme. Das Schloss besteht aus einem Bügel, einem massiven Mantel und einem weicheren Kern. Der Bügel aus verschiedenen gehärteten Stahllegierungen widersteht auch groben gewaltsamen Öffnungsversuchen.

Vorteile: Bügelschlösser gehören zu den besten Diebstahlsicherungen. Sie bieten nur wenig Angriffsfläche, weil sie durch den geringen Spielraum zwischen Rad und Schloss die Hebelwirkung für die Werkzeuge von Langfingern erschweren. Außerdem besitzen Bügelschlösser eine abschreckende Wirkung, da die meisten Langfinger wissen, dass sie schwer zu knacken sind.

Nachteile: Sie sind recht unflexibel und relativ kurz, sodass sie sich nur schwer an feste Objekte anschließen lassen.

Das Faltschloss

Das klassische Faltschloss besteht aus sechs starren Gliedern und lässt sich mittels Gelenken wie ein Zollstock ausklappen und wieder zusammenfalten. Die beweglichen Glieder erschweren Langfingern das Ansetzen von Sägen. Ein Bolzenschneider scheitert zudem am flachen Profil.

Vorteile: Faltschlösser gehören neben den Bügelschlössern zu den sichersten Modellen. Sie sind sowohl platzsparend als auch flexibel einsetzbar.

Nachteile: Die Gelenke stellen potenzielle Schwachstellen dar.

Das Kettenschloss

Das Kettenschloss besteht aus vielen einzelnen Gliedern, die miteinander verbunden sind. Die meisten Hersteller verwenden für die Kette gehärteten Stahl. Ein Überzug aus Textil schützt Felgen und Lack des Fahrradrahmens. Je dicker und widerstandsfähiger das Kettenschloss, desto schwieriger ist es zu knacken.

Vorteile: Kettenschlösser sind sehr flexibel und bieten viele Anschlussmöglichkeiten.

Nachteile: Sie sind relativ schwer.

Das Kabelschloss

Ein Kabelschloss besteht aus einem spiralförmigen Stahlseil, das normalerweise mit Kunststoff ummantelt ist. Das Schloss ist zwar relativ weit verbreitet, genießt aber nicht den besten Ruf.

Vorteile: Kabelschlösser sind sehr flexibel und gut handhabbar.

Nachteile: Kabelschlösser sind für Fahrraddiebe relativ leicht zu knacken. Die Kabel vieler Hersteller lassen sich mit einem einfachen Bolzenschneider durchtrennen.

Das Rahmenschloss

Das Rahmenschloss befindet sich direkt am Fahrrad. Obwohl vor allem früher weit verbreitet, findet dieses Schloss auch heute noch bei vielen Rädern Verwendung. Mittlerweile wird das Rahmenschloss häufig mit einem Kettenschloss kombiniert.

Vorteile: Rahmenschlösser funktionieren schnell und sind unkompliziert.

Nachteile: Das Fahrrad kann nicht an einem festen Objekt angeschlossen werden. Zudem bietet ein Rahmenschloss nur wenig Schutz. Wenn du dein Rahmenschloss nutzen möchtest, solltest du zusätzlich ein externes Schloss verwenden. In diesem Fall hält doppelt besser.

Achte auch auf Sicherheitsstufen und Prüfsiegel

Wenn du dich für ein Modell entschieden hast, solltest beim Kauf des Schlosses auch auf Sicherheitsstufen und Prüfsiegel achten.

Sicherheitsstufen geben Aufschluss darüber, wie gut ein Schloss (theoretisch) vor äußeren Gewalteinwirkungen geschützt ist. Je höher die Sicherheitsstufe, desto größer ist der Schutz vor einem Fahrraddiebstahl. Für den Kauf eines Fahrradschlosses gelten die Sicherheitsstufen als gute Orientierung. Es sollte allerdings auch bei einer Orientierungshilfe bleiben. Denn ein einheitliches System für die Sicherheitsstufen gibt es nicht. Viele namhafte Hersteller verwenden werkseigene Klassifizierungen, um die Aufbruchsicherheit ihrer Fahrradschlösser zu bestimmen. Diese variieren zwischen fünf und 100 unterschiedlichen Sicherheitsstufen. Da jeder Hersteller eine andere Vorstellung von Sicherheit hat, solltest du beim Kauf eines Fahrradschlosses auch auf die Qualitätsauszeichnungen von unabhängigen Prüfinstitutionen achten. Dazu gehört zum Beispiel die VdS Schadenverhütung GmbH.