Auf zwei Rädern Richtung Innenstadt und Zukunft

ERFAHRE ÜBER 500 METER FAHRRADGESCHICHTE AUF HAMBURGS ERSTER PROTECTED BIKELANE

Erfahre über 500 Meter Fahrradgeschichte auf Hamburgs erster Protected Bikelane

Neues Fahrgefühl auf Hamburgs Straßen! Am 23. April wurde in Harburg der erste Abschnitt Hamburgs erster Protected Bikelane eröffnet. Auf der Hannoverschen Straße fährst du künftig stadteinwärts auf einem geschützten Radfahrstreifen – für mehr Sicherheit. Doch nicht nur das: Auf der Protected Bikelane gibt es außerdem Hamburgs erste befahrbare Fahrradausstellung zu bestaunen. Die Reise beginnt im Jahr 1817 mit der Erfindung des ersten Fahrrads, geht über Hamburgs Rad-Demos gegen die autogerechte Stadt und endet heute mit der Eröffnung von Hamburgs erster Protected Bikelane. Im Artikel erfährst du, was es mit Protected Bikelanes auf sich hat, wie viel Historie in dem Streckenabschnitt steckt und wie du schon jetzt Teil von Hamburgs Fahrradgeschichte werden kannst und gleichzeitig die Zukunft mitbestimmst.

Komfortabel und sicher in Richtung Innenstadt

Damit Hamburgs Fahrradfahrer*innen in Zukunft noch komfortabler und sicherer an ihr Ziel kommen, wurden allein im vergangenen Jahr 62 Kilometer Radweg gebaut oder saniert. Nun folgt eine weitere konkrete Maßnahme für mehr Sicherheit, die nebenbei Premiere für unsere Stadt ist: die Protected Bikelane. Protected Bikelanes sind geschützte Radfahrstreifen, die dich als Radfahrer*in durch physische Barrieren vom umliegenden Verkehr trennen. Damit verhindern sie, dass weder Fußgänger*innen die Radwege betreten noch Autofahrer*innen dort fahren, halten oder parken. Der neu eröffnete Abschnitt der Protected Bikelane an der Hannoverschen Straße sorgt darüber hinaus für eine bessere Anbindung an die Hamburger Innenstadt und bietet dir ein unterbrechungsfreies Fahren auf längeren Strecken. Der neue Meilenstein ist Teil der 17,5 Kilometer langen Veloroute 11, die die nördlich der Elbe gelegenen Stadtteile über die Elbinsel Wilhelmsburg mit dem südlich der Elbe gelegenen Bezirk Harburg verbindet, und damit eine wichtige Nord-Süd-Verbindung für Radfahrer*innen. Die Protected Bikelane sorgt also nicht nur für Sicherheit, sondern fördert auch die Fahrradfreundlichkeit unserer Stadt. Ab sofort kannst auch du den eröffneten Abschnitt Hamburgs erster Protected Bikelane austesten. Die gesamte Strecke von 700 Metern wird Ende 2021 fertiggestellt sein.

Hamburg schreibt Fahrradgeschichte – und zeigt diese auch.

Und um dieses zukunftsweisende Kapitel auf Hamburgs Straßen gebührend zu feiern, haben wir eine weitere Premiere geschaffen: die erste befahrbare Fahrradausstellung. Noch bis zum 2. Mai 2021 kannst du die verschiedenen Meilensteine aus der Vergangenheit erleben. Auf Plakaten am Straßenrand tauchst du in die Historie ein und wirst so selbst Teil der Hamburger Fahrradgeschichte.

Auf zwei Rädern Richtung Zukunft.

Hamburgs erste befahrbare Fahrradausstellung wirft allerdings nicht nur einen Blick in die Vergangenheit. Mit Blick Richtung 2030 ist die Installation auch Zeichen für Hamburgs Zukunft als fahrradfreundliche Stadt – mit dem Ziel, dass bis 2030 rund 25 bis 30 Prozent aller Wege in Hamburg mit dem Rad zurückgelegt werden. Und die Radfahrer*innen, ob auf der Protected Bikelane oder überall in Hamburg, sind bereits heute Teil der Bewegung und damit nicht nur in Richtung Innenstadt, sondern auch in Richtung Hamburgs Fahrradzukunft unterwegs. Sei auch du dabei – auf zwei Rädern Richtung Zukunft.

1817 DAS ERSTE FAHRRAD LERNT LAUFEN.

In Mannheim ist Karl Freiherr von Drais in die Fahrradgeschichte eingegangen: Um die 14 Kilometer hat er auf seiner Laufmaschine zurückgelegt. Damit war das erste Fahrrad zwar eher ein Laufrad, aber der erste Schritt war getan. Leider geriet die Erfindung für die nächsten Jahrzehnte erstmal wieder in Vergessenheit.

1869 EINES DER ERSTEN RADRENNEN DEUTSCHLANDS.

Wen interessieren schon Pferde- oder Elefanten-Rennen, wenn man sich ein Veloziped-Wettreiten anschauen kann? 1867 erfand Pierre Michaux mit seinem Sohn den Pedalantrieb: das Veloziped war eingefahren. Zwei Jahre später fand auf dem Gelände der heutigen Max-Brauer-Allee eines der ersten Radrennen Deutschlands auf diesen Velozipeden statt - und war ein absoluter Publikumsmagnet. Im Alltag wurden die Fahrradpioniere aber ausgebremst und eher als weltfremde Spinner wahrgenommen.

1869-1882 BÜRGERTUM BRINGT BICYCLE-CLUBS INS ROLLEN.

Wer damals aufsatteln wollte, fuhr alles andere als günstig. Ein eigenes Fahrrad kostete so viel wie das durchschnittliche Arbeiter*innen-Jahreseinkommen. Kein Wunder, dass das Bürgertum in den Zweirädern eine Chance zur Inszenierung sah. Über die Fahrräder konnte man sich abgrenzen und organisierte sich in eigenen Clubs. Der älteste der Welt kommt sogar aus Hamburg: der Altonaer Bicycle Club von 1869.

1890 HOCHRÄDER GEHEN UNTER.

Unfälle mit Hochrädern endeten häufig in schweren Verletzungen. Die nächste Erfindung ging deshalb auf Nummer sicher: Das Niederrad mit Kettenantrieb kam in den 1880ern auf den Markt und holte die Fahrer*innen vom hohen Sattel auf eine ungefährlichere Sitzhöhe. 1890 gelang es den neuen Modellen die Hochräder auch in Rennen zu schlagen. Damit war der Siegeszug des Niederrads nicht mehr aufzuhalten. Und der Prototyp des modernen Fahrrads hatte freie Fahrt!

1900 DER GROSSE FAHRRAD-BOOM.

Die Fahrrad-Preise rollen bergab: Importe aus den USA machen den Radkauf billiger und die ersten Arbeiter*innen gründen eigene Fahrrad-Vereine. Auch staatliche Institutionen wie die Polizei oder Notärzte satteln auf, um schneller an Einsatzorte zu gelangen. Wenn so viele Bürger*innen aufs Fahrrad umsteigen darf eins nicht fehlen: neue Radwege.

1919 RADWEGE AUF DEM VORMARSCH.

Wer neue Wege gehen will, muss diese Wege erstmal bauen: Von 1899-1919 hat Hamburg 2 Millionen Mark in den Ausbau von Radwegen investiert. Und die neuen Wege waren vorbildlich. Sogar die Nachbarn und Nachbarinnen aus Kopenhagen sind zu Besuch gekommen, um sich inspirieren zu lassen. In den 20er Jahren lancierte dann die Kampagne „Schafft Fahrradwege für Stadt und Land“, die auch von großen Firmen unterstützt wurde.

1980 RAD-DEMOS BREMSEN AUTOS AUS.

Am 8. Juni herrschte in Teilen der Hamburger Innenstadt Stillstand. 20.000 Hamburger*innen haben für mehr Umweltschutz protestiert und dafür die Fahrräder aufgefahren. Spätestens die Ölkrise von 1973 hat gezeigt, dass die Ressourcen von unserem Planeten endlich sind. Als ökologisches Fortbewegungsmittel ist das Fahrrad zum umweltpolitischen Symbol avanciert.

1992 PEDELECS STARTEN DIE E-BIKE-ÄRA.

Fahrradfahren wie von selbst? Nicht ganz! Die Motorleistung abhängig von der Tretleistung machen - das ist das Pedelec- Prinzip nach dem die meisten E-Bikes funktionieren. Bereits 1982 wurde diese Idee in einer Studie vorgestellt. Zehn Jahre später kamen die ersten Prototypen auf den Markt, bevor 1995 die Pedelecs in die Serienfertigung übergingen. Jetzt machte Radfahren sogar bergauf Spaß!

2009 STADTRAD FÄHRT EIN.

Rückenwind für die Sharing-Economy: Das Bike-Sharing- Angebot StadtRAD ging an den Start und erfreute sich sofort großer Beliebtheit. Es ist bis heute das am stärksten genutzte Leihfahrrad-System Deutschlands. Kein Wunder, denn die Hamburger*innen genießen 30 Minuten freie Fahrt pro Tag. Erst dann wird eine kleine Gebühr fällig.

2021 HAMBURGS ERSTE PROTECTED BIKELANE - IN HARBURG.

Ein sicheres Ding: Hamburgs erste Protected Bikelane sorgt für genügend Abstand zwischen Zwei- und Vierrädern. So können Hamburgs Radfahrer*innen gleich viel sorgloser in die Pedale treten. Und diese Lane in Harburg war nur der Anfang: Weitere Protected Bikelanes sind bereits in Planung. Gute Fahrt, Hamburg!

BIS 2030 - AUF ZWEI RÄDERN RICHTUNG ZUKUNFT.

25 bis 30 Prozent aller Wege in Hamburg sollen künftig mit dem Rad zurückgelegt werden. Und alle Radfahrer*innen sind schon jetzt Teil dieser Bewegung - auf zwei Rädern Richtung Zukunft.